5 Dinge über Geld, die dein Kind in der Schule nicht lernt (aber fürs Leben braucht)

Vielen von uns wurde der Umgang mit Geld nie wirklich beigebracht. Weder das erfolgreiche Sparen noch die Planung der eigenen Finanzen. 80 % der Jugendlichen lernen in der Schule kaum etwas über Finanzen (Bankenverband Jugendstudie 2024). Was hängen bleibt, kommt aus dem Elternhaus, aus Alltagsmomenten, aus Gesprächen beim Abendbrot.

Diese fünf Finanzthemen kommen im Schulunterricht kaum vor und prägen später fast jede finanzielle Entscheidung. Mit kleinen Schritten könnt ihr sie in euren Familienalltag einbauen.

Das kleine Einmaleins der Einnahmen und Ausgaben

Ob am Monatsende noch etwas übrig bleibt, entscheidet sich nicht beim großen Kauf. Ein Coffee-to-go für 3 € am Tag macht im Monat rund 60 bis 90 €. Laut aktuellen Studien hat rund ein Drittel der 14 bis 24-Jährigen keinen klaren Überblick über ihre Finanzen (Bankenverband Jugendstudie 2024). Der Umgang mit Geld will gelernt und regelmäßig geübt werden.

Hilfreich ist es, alle Einnahmen und Ausgaben aufzuschreiben. So sehen Kinder und Eltern schwarz auf weiß, wie viel nach den wiederkehrenden Kosten wie Handyvertrag, Streaming-Abo oder Schulmaterial wirklich zum Leben bleibt. Kinder lernen vor allem durch Beobachtung. Wer sieht, dass du bewusst mit Geld umgehst, übernimmt dieses Verhalten.

Unser Tipp für gemeinsame Erfolge: Notiert alle Ausgaben der aktuellen Woche und sortiert sie nach Kategorien: wiederkehrende Kosten, Lebensmittel, Kleidung, Freizeit, Sparen. Am Ende rechnet ihr jede Kategorie zusammen. So seht ihr auf einen Blick, wofür ihr euer Geld wirklich ausgebt. Wiederholt diese Übung über mehrere Wochen. Je länger ihr sie durchführt, desto besser erkennt ihr Muster und mögliche Einsparpotenziale.

In unserem Starter-Paket findest du dazu eine einfache Vorlage, mit der ihr eure Einnahmen und Ausgaben direkt eintragen könnt. Das macht den Überblick leichter und motiviert, dranzubleiben.

Unser Tipp für dein Kind: Besorge deinem Kind drei leere Marmeladengläser oder leere Briefumschläge und beschriftet diese mit „Notwendiges“, „Freizeit/Spaß“ und „Sparen“. Dein Kind teilt nun anschließend sein Taschengeld auf die entsprechenden Gläser/Umschläge auf. Will dein Kind nun beispielsweise am nächsten Tag ins Kino, so nimmt es sich den entsprechenden Betrag aus dem Glas/Umschlag „Freizeit/Spaß“.  Du fragst dich, was der Hintergrund hierfür ist? Dein Kind setzt sich so vorab einen Rahmen (Budget) und wird sich jeden Tag bewusst, wofür es sein Taschengeld ausgibt.

Warum es wichtig ist, Geld zurückzulegen

Wer spart, schafft sich Freiheit – doch das wird Kindern selten vermittelt. Sparen bedeutet, bewusst auf etwas hinzuarbeiten und die eigene Zukunft zu gestalten. Dabei ist nicht die Höhe entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit. Schon kleine Beträge können viel bewirken.

Beispiel: Wenn dein Kind ab seinem 10. Geburtstag jeden Monat 10 € zurücklegt, hat es mit 18 Jahren über 1.000 € angespart – ohne Zinsen. Wählt ihr stattdessen ein verzinstes Tagesgeldkonto, wächst das Geld mit. So wird aus regelmäßigem Sparen echte Selbstwirksamkeit.

Vergleich: 10 € Sparen pro Monat über 8 Jahre

SparformErklärungErgebnis nach 8 Jahren*
SparschweinBargeld zu Hause, keine Zinsenca. 960 €
KinderkontoDigitales Konto, keine/kaum Zinsen (~0,1%)ca. 964 €
SparbuchKlassisch bei der Hausbank, kaum Zinsen (~0,2%)ca. 968 €
TagesgeldkontoVerzinst, flexibel verfügbar (~2,5 %)ca. 1.045 €
Junior-DepotFonds/ETF, langfristig (Ø 6 % Rendite)ca. 1.240 €

* Rechenbeispiele, gerundet. Tatsächliche Ergebnisse können abweichen.

Tipp für gemeinsame Erfolge: Sprich mit deinem Kind über ein konkretes Sparziel – etwa ein neues Fahrrad, ein Musikinstrument oder den Führerschein. Mit einem festen Ziel vor Augen wird Sparen greifbar und motivierend.

Dabei werdet ihr vielleicht merken: Auch wenn man regelmäßig spart, können Dinge im Laufe der Zeit teurer werden. Das nennt man Inflation – sie zeigt, dass Geld mit der Zeit an Kaufkraft verliert. Wer das versteht, erkennt, warum es sinnvoll ist, sein Erspartes nicht nur aufzubewahren, sondern langfristig anzulegen.

Mehr Tipps rund ums Taschengeld, passende Beträge nach Alter und einfache Vorlagen findet ihr im Starter-Paket.

3. Investieren – lass Geld für dich und deine Kinder arbeiten

Wenn das Ersparte erst einmal da ist, stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Geld?
Viele denken beim Wort Investieren sofort an Risiko oder Spekulation, dabei geht es im Kern um Teilhabe: Wer investiert, beteiligt sich an Unternehmen und lässt sein Geld für sich arbeiten.

Laut Zahlen des Deutschen Aktieninstituts aus dem Jahr 2024 besaßen gerade einmal 17,2 % der Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren Aktien, Fonds oder ETFs, sprich nur jeder Sechste.¹ Für die Mehrheit bleibt diese Form des Vermögensaufbaus somit weiterhin ungenutzt. Dabei verlieren viele gerade deshalb die Chance, Vermögen aufzubauen. Unseren Kindern wird oft nicht vermittelt, wie breit gestreute Investments langfristig wachsen und Risiken minimiert werden können.

Angenommen, dein Kind liebt LEGO. Du kannst sagen: „Stell dir vor, du würdest ein winziges Stück dieser Firma besitzen – an jedem verkauften Set verdienst du dann ein kleines bisschen mit.“

Genauso funktioniert Investieren: Man beteiligt sich an Unternehmen und profitiert, wenn sie wachsen. Für Familien kann das zum Beispiel durch breit gestreute Fonds oder ETFs gelingen – sie bündeln viele Firmen und verteilen so das Risiko.

So lernen Kinder und Jugendliche spielerisch, dass Geld, wenn man es klug anlegt, über die Zeit für einen arbeiten kann – ganz ohne Spekulation. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Know-how-Artikel „Investieren an der Börse – Aktien, Fonds & ETFs“.

4. Kredite und Schulden – Vorsicht Schuldenfalle!

„Kaufe jetzt, zahle später!“ Klingt verlockend, oder? Doch genau hier beginnt oft die Schuldenfalle. Vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist nicht bewusst, was ein Kredit wirklich bedeutet: Geld auszugeben, das man noch gar nicht hat.

In der Schule lernen unsere Kinder selten, was ein Kredit wirklich kostet oder warum Schulden schnell wachsen können. Gleichzeitig werben Banken, Online-Shops und Zahlungsanbieter mit bequemen Lösungen, die gefährlich verlockend sind. Das Ergebnis: Immer mehr junge Erwachsene geraten früh in finanzielle Schwierigkeiten. Laut Schuldneratlas 2024 sind bereits über 5,5 Millionen Menschen in Deutschland überschuldet – Tendenz steigend.

Ein einfaches Beispiel zeigt, warum: Ein Handy für 600 Euro klingt bezahlbar. Doch wer es in 24 Monatsraten à 30 Euro finanziert, zahlt am Ende 720 Euro. 120 Euro mehr für den Komfort, es sofort zu bekommen. Dieses Aha-Erlebnis zeigt jungen Menschen, dass ein günstiger Preis oft teurer wird, wenn man ihn auf Raten zahlt. Solche Erfahrungen sind wertvoll und lassen sich im Alltag gut mit einfachen Regeln festigen.

Tipp für gemeinsame Erfolge: Sprecht offen über Schulden. Zeige deinem Kind, dass es gute und schlechte Schulden gibt. Ein Dispokredit oder ein Ratenkauf sind meist teuer und bringen wenig. Ein Immobilienkredit kann dagegen sinnvoll sein, wenn er langfristig in Vermögensaufbau führt. Wichtig ist, den Unterschied zu verstehen: Schulden sollten immer einen klaren Zweck haben und einen Plan, wie sie wieder abbezahlt werden.

Im Know-how-Artikel „Schulden – Gefahr und Chance“ gehen wir noch tiefer darauf ein. Dort erfährst du, wie du deinem Kind die Risiken verständlich erklärst und wie ihr gemeinsam Strategien entwickelt, Schulden zu vermeiden oder sinnvoll zu nutzen.

5. Steuern – wenn der Papierkram kommt

Spätestens mit dem Erwachsenwerden müssen junge Menschen ihre erste Steuererklärung machen oder die eigene Gehaltsabrechnung verstehen. Steuerrecht wirkt kompliziert, Begriffe wie „Brutto“ und „Netto“ oder „Sozialabgaben“ sind für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Zudem gilt Geld in Deutschland noch oft als Tabuthema – über Geld spricht man nicht offen.

Das Problem: Wer nicht versteht, welche Abzüge vom Lohn weggehen oder wann sich eine Steuererklärung lohnt, verpasst nicht selten Geld. Gleichzeitig sorgt fehlendes Wissen für Unsicherheit – und die hält viele davon ab, sich überhaupt damit zu beschäftigen.

Tipp für gemeinsame Erfolge: Zeige deinem Kind einmal deine Gehaltsabrechnung (aktuell oder eine aus den letzten Jahren). Erkläre in einfachen Worten: Oben steht das, was du verdienst (brutto) und unten das, was du ausgezahlt bekommst (netto). Dazwischen stehen Steuern und Sozialabgaben. Mehr musst du im ersten Schritt gar nicht erklären. Der Moment, in dem Kinder sehen, dass vom Gehalt einiges abgeht, bleibt meist lange im Gedächtnis und öffnet den Blick dafür, dass Geld erarbeitet wird.

Tipp für Jugendliche: Wenn dein Kind als Azubi oder Student arbeitet, lohnt es sich, gemeinsam die erste Steuererklärung auszufüllen. Viele wissen nicht, dass sie bereits Steuern zahlen – und sich einen Teil davon zurückholen können. Dieses Erfolgserlebnis stärkt das Selbstvertrauen im Umgang mit Finanzen und nimmt die Angst vor Formularen.


Wenn du diese fünf Grundlagen Schritt für Schritt in euren Familienalltag einbaust, hast du bereits den wichtigsten Grundstein gelegt: dein Kind versteht, wie Geld funktioniert – nicht abstrakt, sondern ganz praktisch.

Warum werden solche wichtigen Themen eigentlich kaum in der Schule behandelt?

Schaut man genauer hin, ist es fast erstaunlich: Geld spielt in unserem Alltag eine zentrale Rolle, allerdings kommt es im Unterricht kaum vor. Viele Lehrpläne sind überfüllt und Lehrkräfte fühlen sich oft unsicher, weil sie selbst nie richtig gelernt haben, über Geld zu sprechen. Hinzu kommt ein kulturelles Tabu: Über Geld redet man nicht – weder in der Schule noch zu Hause.

Das führt dazu, dass Kinder und Jugendliche mit wichtigen Fragen allein bleiben: Wie funktioniert ein Konto? Wie plant man sein erstes Gehalt? Und wie vermeidet man Schulden? Wenn diese Lücken nicht geschlossen werden, stolpern viele beim Start ins Erwachsenenleben unnötig in finanzielle Probleme.

Tipp für gemeinsame Erfolge: Sucht euch jede Woche ein kleines Geldthema wie Taschengeld, Sparen, Einkaufen oder Verträge aus und sprecht beim Abendessen kurz darüber. So wird finanzielle Bildung Teil eures Familienalltags, ganz ohne Druck oder Lehrbuch.

Fazit

Unsere Kinder sollen mutig, neugierig und selbstbewusst durchs Leben gehen, auch wenn es ums Geld geht. Wenn die Schule dieses Wissen nicht vermittelt, können wir Eltern den Unterschied machen. Wir müssen keine Finanzprofis sein, entscheidend ist, dass wir dranbleiben und unseren Kindern den Mut geben, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Vielleicht wird euer Kind eines Tages sagen: „Das habe ich von meinen Eltern gelernt – wie man mit Geld klug umgeht.“

Genau das ist finanzielle Bildung fürs Leben.

The Family Finance Club unterstützt dich dabei mit einfachen Beispielen, kurzen Übungen und praktischen Materialien, die du sofort einsetzen kannst. So wächst Schritt für Schritt das Wissen – bei deinen Kindern und bei dir selbst.

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